SPD Rellingen

Sozial. Gerecht. Vor Ort

18. November 2017

Allgemein
Neues aus dem Ausschuss für (gegen) Kinder, Jugend und Sport

Lie­be Lese­rin, lie­ber Leser,
wäh­rend der letz­ten Aus­schuss-Sit­zung für Kin­der, Jugend und Sport soll­te der Beschluss gefasst wer­den, dass die Rel­lin­ger Jugend­ar­beit grund­sätz­lich in der OASE (bei der Cas­par-Voght-Schu­le) ver­blei­ben soll.
Die SPD Frak­ti­on kann dem nicht zustim­men. Nach­fol­gend möch­ten wir Ihnen den Bei­trag von Gemein­de­rat und Auss­schuss­mit­glied Peter Geercken zum Lesen anbie­ten:

„Als ich das gele­sen habe konn­te ich’s kaum glau­ben. Seit vie­len Jah­ren läuft die Oase am Stand­ort und nun sol­len wir einen Grund­satz­be­schluss zum Ver­bleib dort fas­sen. Die Jugend­ar­beit in der Oase hat zuge­nom­men, das bestrei­ten wir nicht, im Gegen­teil, wir freu­en uns dar­über. Trotz­dem sehen wir die Oase immer noch als Anhäng­sel der CVS und wir wis­sen, wenn die Men­sa ins Haupt­ge­bäu­de wan­dert, sind Begehr­lich­kei­ten sei­tens der Schu­le und des RTV für die dann frei wer­den­den Räu­me schon ange­mel­det. Natür­lich ist es für Schu­le bequem, Frei­stun­den oder was auch immer anfällt, in der Oase abhän­deln zu las­sen, aber ist das die Auf­ga­be eines Jugend­zen­trums? Da habe ich schon erheb­li­che Beden­ken. Schu­le ist für die eige­nen Belan­ge selbst ver­ant­wort­lich. Wo bleibt die Mög­lich­keit für die Oase, sich wei­ter zu ent­wi­ckeln? Die Besu­cher­zah­len stei­gen, es gibt kei­nen Raum in dem völ­lig unge­stört Ein­zel­ge­sprä­che geführt wer­den kön­nen. Das Büro des Orts­ju­gend­pfle­gers ist weit ent­fernt von der Oase im Rat­haus ange­sie­delt. Mal eine Fra­ge an ihr Gewis­sen: wären sie als jugend­li­cher Her­an­wach­sen­der mit guten Gefüh­len ins Rat­haus gegan­gen, um dis­kre­te Ein­zel­ge­sprä­che mit dem ihnen ver­trau­ten Jugend­pfle­ger zu füh­ren? Ich schät­ze wohl eher nein. Neben der gro­ßen Ent­fer­nung zur Oase auch noch in die Ver­wal­tung zu müs­sen, ich ver­mu­te, das ist eine zu gro­ße Her­aus­for­de­rung für die Jungs und Mäd­chen. Die Scheu vor dem Rat­haus sehen wir doch schon in die­sem Aus­schuss. Wie oft kom­men denn Kin­der und Jugend­li­che um ihre Wün­sche vor­zu­brin­gen? Und wie vie­le? Wir kön­nen sie an einer Hand abzäh­len. Wer von ihnen aber, lie­be Mit­glie­der des Aus­schus­ses, war denn in letz­ter Zeit in der Oase und hat sich dort mal umge­se­hen? Dank des Ein­sat­zes unse­rer Jugend­pfle­ger wur­den in der Oase mit gespen­de­ten Mit­teln räum­li­che Pro­vi­so­ri­en geschaf­fen, die wir bes­ser nicht hin­ter­fra­gen soll­ten. Bar­rie­re­frei ist ledig­lich der Ein­gang. Der Flucht­weg an den Büros vor­bei führt über 4 oder 5 Stu­fen durch die Werk­statt nach drau­ßen. Dazu gehört aber auch die Info, dass man­gels Lager­raum die Werk­statt auch zur Lage­rung der Aus­sen­spiel­ge­rä­te dient und im Flur dort hin Spin­de ste­hen, die zudem noch als Lager für Licht­tra­ver­sen bis an die Decke belegt sind. Die eben­falls genutz­te Empo­re, Zugang über eine enge Wen­del­trep­pe, ist zwar wit­zig und wird emsig in Anspruch genom­men, Sicher­heits­as­pek­te blei­ben da aber völ­lig außen vor. Das Raum­an­ge­bot reicht jetzt schon vorn und hin­ten nicht und es sind stei­gen­de Besu­cher­ra­ten zu erwar­ten. Kön­nen sie mir erklä­ren, wie das Gan­ze zusam­men pas­sen soll? Und für die­se erkenn­ba­ren Unzu­läng­lich­kei­ten sol­len wir einen Grund­satz­be­schluss zum Erhalt der Oase an die­sem Ort fäl­len? Eine Ver­ant­wor­tung, die wir nicht mit­tra­gen kön­nen und wol­len. Es gibt durch den Umzug der Sozi­al­sta­ti­on die ein­ma­li­ge Gele­gen­heit, die Jugend­ar­beit im Orts­kern neu auf­zu­stel­len.
Wir soll­ten uns die­se Chan­ce nicht ent­ge­hen las­sen.
Für Senio­ren legen sie gan­ze Wohn­ge­bie­te an, die sich man­che nur schwer oder gar nicht leis­ten kön­nen. Mit Müh und Not las­sen SIE, lie­be CDU, sich auf gan­ze 15 % Sozi­al­woh­nungs­bau dabei ein.
Gene­ra­tio­nen über­grei­fen­des Bau­en, inklu­si­ve einer inte­grier­ten Sozi­al­sta­ti­on, war dank ihrer Ableh­nung vor eini­gen Jah­ren nicht durch­zu­set­zen, ver­mut­lich sind die Senio­ren ein siche­re­res Pfund der CDU für die nächs­ten Kom­mu­nal­wah­len.
Und pas­send dazu brin­gen sie, zufäl­lig ganz in der Nähe, einen Wan­der­weg in Schuss. Wir konn­ten dem nur zustim­men, da der Antrag vor Jah­ren schon von der SPD gestellt, aber von ihrer Sei­te damals vehe­ment abge­lehnt wur­de, man kann doch die Baum­schuler nicht beein­träch­ti­gen.
Und Kin­der und Jugend­li­che dür­fen sehen wie sie klar kom­men, die sind ja schließ­lich kei­ne Wäh­ler!
Ich sage NEIN!
Las­sen sie uns über einen Umzug in die Gebäu­de des DRK nach­den­ken, hier soll­ten die Räum­lich­kei­ten aus­rei­chen, auch grö­ße­re Besu­cher­zah­len zu ver­kraf­ten. Einem Grund­satz­be­schluss, wie von der Ver­wal­tung vor­ge­schla­gen, wer­den wir auf kei­nen Fall zustim­men!
Wir stel­len dage­gen fol­gen­den Antrag: Die Ver­wal­tung möge in Ver­bin­dung mit der Jugend­pfle­ge die Räum­lich­kei­ten des DRK Gebäu­des nach Umzug des DRK auf eine Nut­zung als Jugend­zen­trum prü­fen. Falls die­sem Antrag nicht zuge­stimmt wer­den soll­te, bit­ten wir ersatz­wei­se um Ver­schie­bung des Beschlus­ses bis zur nächs­ten Aus­schuss­sit­zung, um den Frak­tio­nen noch­mals Gele­gen­heit zum Nach­den­ken und zur wei­te­ren Dis­kus­si­on zu geben.“

Abschlie­ßend ist zu sagen, dass der Beschluss die Jugend­ar­beit an der Cas­par-Voght-Schu­le zu belas­sen mit drei Nein-Stim­men gefasst wur­de. Nur auf das Wort „GRUNDSATZ“ Beschluss wur­de ver­zich­tet.