SPD Rellingen

Sozial. Gerecht. Vor Ort

1. November 2018

Allgemein
Post an Andrea Nahles

SPD-Orts­ver­ein Rel­lin­gen kri­ti­siert die Poli­tik der Gro­ßen Koali­ti­on

Die Kri­tik an der gro­ßen Koali­ti­on in Ber­lin wei­tet sich aus. Die Ergeb­nis­se der Land­tags­wah­len in Bay­ern und Hes­sen zei­gen, dass wei­te Tei­le der Bevöl­ke­rung mit der Arbeit der Regie­rung in Ber­lin unzu­frie­den sind und sich von den soge­nann­ten Volks­par­tei­en abwen­den.

Nicht nur für die SPD ist die­se Ent­wick­lung besorg­nis­er­re­gend. Die schlech­ten Wahl­er­geb­nis­se der Ver­gan­gen­heit soll­te unse­re Par­tei­spit­ze in Ber­lin dazu brin­gen, grund­le­gend und inten­si­ver über die Ursa­chen nach­zu­den­ken.

In der letz­ten Mit­glie­der­ver­samm­lung des SPD-Orts­ver­eins Rel­lin­gen wur­den auch die Ent­schei­dun­gen der Ber­li­ner Gro­Ko in der Affä­re Maaßen und zum Die­sel-Skan­dal dis­ku­tiert und mit deut­li­cher Kri­tik ver­se­hen. Die Mit­glie­der hat­ten ihren Vor­stand beauf­tragt, ihre Besorg­nis über die ein­ge­tre­te­ne Ent­wick­lung und ins­be­son­de­re das Unver­ständ­nis für die in den genann­ten Fäl­len getrof­fe­nen Ent­schei­dun­gen  gegen­über der Par­tei­füh­rung zum Aus­druck zu brin­gen.

Im Brief an die SPD-Vor­sit­zen­de Andrea Nah­les bzw. den SPD-Bun­des­vor­stand, der auch dem Vor­sit­zen­den des Lan­des­ver­ban­des Ralf Steg­ner sowie MdB Ernst Die­ter Ross­mann und den Kreis-Pin­ne­ber­ger Land­tags­ab­ge­ord­ne­ten der Par­tei über­mit­telt wur­de, schreibt die SPD-Rel­lin­gen:

„Wie vie­le Kom­pro­mis­se braucht eine Koali­ti­on? — wie vie­le Kom­pro­mis­se ver­trägt eine Par­tei?
In der Cau­sa Maaßen sowie der Die­sel-Gate Affä­re stimm­ten „alle Anwe­sen­den dar­in über­ein, dass schlecht ver­han­delt und falsch ent­schie­den wur­de durch die Par­tei- und Frak­ti­ons­füh­rung.“

Unter dem Strich hät­te in der Sache Maaßen des­sen Beför­de­rung zum Staats­se­kre­tär und der Ent­las­sung des ein­zi­gen SPD-Staats­se­kre­tärs im Innen­mi­nis­te­ri­um nie zuge­stimmt wer­den dür­fen. Die­ses um so mehr im Hin­blick auf die Ereig­nis­se in Chem­nitz und spä­te­re Ver­haf­tun­gen von Mit­glie­dern einer rechts ter­ro­ris­ti­schen Sze­ne. „Über die Situa­ti­on muss Herr Maaßen als Prä­si­dent der Behör­de infor­miert gewe­sen sein.“ Mit sei­ner poli­tisch ver­harm­lo­sen­den Ein­las­sung hät­te er in den einst­wei­li­gen Ruhe­stand ver­setzt wer­den müs­sen.

Posi­tiv her­vor­ge­ho­ben wird, dass die SPD das The­ma in der Koali­ti­on so zuge­spitzt hat. Sie hät­te es aber kon­se­quen­ter durch­set­zen müs­sen. Die Koali­ti­on wäre zu die­sem Zeit­punkt noch erkenn­bar an den Trick­se­rei­en der Koali­ti­ons­part­ner CDU und CSU in der Sache geschei­tert. 

Zur Die­sel-Gate Affä­re schreibt die SPD-Rel­lin­gen: „Die Posi­ti­on unse­rer Umwelt­mi­nis­te­rin Schul­ze war doch völ­lig klar. Der Auto­fah­rer darf nicht zur Kas­se gebe­ten wer­den. Aber alle Kom­pro­mis­se, die von der Par­tei- und Frak­ti­ons­füh­rung ver­han­delt wur­den, ver­hin­dern genau das nicht. Jetzt gibt es eine Umstiegs-, Aus­tausch- oder Umwelt­prä­mie sowie eben die Nach­rüs­tung. Unklar ist, wer auf was Anspruch hat und wie man das durch­set­zen kann.“

Statt des­sen habe die SPD  erneut der Kanz­le­rin das Feld über­las­sen, die sich damit pro­fi­lie­re zu sagen, dass die meis­ten Fahr­ver­bo­te unver­hält­nis­mä­ßig sei­en und jetzt mit einem Gesetz dar­über Klar­heit geschaf­fen wer­den soll, dass die Nach­rüs­tung von der Indus­trie gezahlt wer­den muss.

Der Vor­sit­zen­de Chris­ti­an Zim­mer­mann und sein Stell­ver­tre­ter Gun­nar Koltzk brin­gen in ihrem Brief an die SPD-Spit­zen abschlie­ßend die Mei­nung aus der Mit­glie­der­ver­samm­lung zum Aus­druck, „dass eine ein­deu­ti­ge­re und kon­se­quen­te­re Posi­ti­on der SPD bei jedem Wäh­ler in Bay­ern und auch in Hes­sen ein posi­ti­ves Echo her­vor­ge­bracht hät­te. Mit Mut zur Stim­me möch­te man sagen. Oder eben mit Oppo­si­ti­on in die Zukunft.“